Neuer Markt 3

Neuer Markt 3Das Giebeleckhaus Neuer Markt 3 – ursprünglich ein viergeschossiges Gebäude an der Ecke zur Steinstraße hatte seinen ersten Eintrag 1474 im Grundregister in Bezug auf die auf dem Gebäude lastenden Renten oder Kapitalien. Nach etlichen Besitzerwechseln befand es sich seit dem 22. November 1740 im Besitz der Familie Mann, die angeblich weitläufig mit der Lübecker Schriftstellerfamilie Mann verwandt war. Hier hatte im Erdgeschoss die Firma J. B. Mann jun. - Materiaalwaarenhandlung en gros verbunden mit einem Lager von Stangen, Eisen, Schleifsteinen in allen Größen, Steinkohlen und Mühlensteinen ihren Sitz. Ab ca. 1886 war der Kaufmann Endler Inhaber einer Eisenwarenhandlung mit angeschlossenem Kohlen- und Koksverkauf in diesem Haus, die dann bis mindestens 1915 auch von ihm geführt wurde. Um 1920 erfolgte der Verkauf des Hauses von den Mann´schen Erben an die Firma Benz - Nordische Maschinenfabrik. Ziel der Firma war es, das alte Kaufmannshaus zu einer modernen Ausstellungshalle für Automobile auszubauen, was auch geschah: das Geschäft hieß Nordische Maschinengesellschaft Weyland und diente ab 1931 der Firma Strobelberger als Ausstellungsraum.

Ebenfalls in diesem Haus befand sich - wahrscheinlich schon seit 1865 - das Architektur- und Kunstgewerbe Bureau von Carl Rathkens, das im Rostocker Adressbuch auch unter der Firmenbezeichnung Dachpappefabrik zu finden war und ab 1890 trug das Geschäft den Namen Papier- und Schreibwarenhandlung Carl Rathkens. Um 1905 hieß das Geschäft Papierhandlung Ernst Weylandt - vormals Carl Rathkens, der dann ab 1920 dort Autos verkaufte. Ab 1934 eröffnete hier der Kaufmann Mau sein Antiquitätengeschäft.

Im II. Weltkrieg wurde das Haus komplett zerstört, zwischen 1953 bis 1956 wurde dort das Hauptgebäude der Deutschen Post erbaut. Am Eingang wurde ein Schild angebracht: „Für das am Rosengarten durch anglo - amerikanische Bomber am 26. April 1942 zerstörte Postamt ist dieses neue Postgebäude in den Jahren 1953/56 durch den Fleiß der Werktätigen erbaut worden“. Die Post besticht durch eine interessante Fassadengestaltung, da der Bau das Aussehen einer Zeile von sechs Giebelhäusern hat, von denen die beiden äußeren Treppengiebel fast identisch aussehen und die vier inneren Häuser gleich hohe geschwungene Giebel mit einem Halbrundabschluss besitzen. Eine weitere Besonderheit ist die Arkade mit 13 Bögen, deren Wand mit Sandsteinplatten verkleidet ist. Die Post hat bis heute ihren Sitz in diesem Haus.