Neuer Markt 12

Neuer Mark 12Das Giebelhaus Neuer Markt 12 hatte seinen ersten Eintrag im Grundregister 1552, angeblich sollten es ursprünglich einmal zwei Häuser gewesen sein. Zwischen 1780 und 1790 war General von Gluer – Kommandant der Stadt Rostock Eigentümer des Hauses, ihm folgte Hofrat Schünemann als Besitzer. Um 1820 wurde das Haus komplett neu gebaut und erfuhr im Laufe der Jahrzehnte mehrmalige Umbauten, bis es 1889 im Sinne der Neorenaissance mit barocken Details neu gestaltet wurde und als Besonderheit einen Treppengiebel an der hinteren Wand bekam.

Bereits ab ca. 1856 befand sich hier die Kunsthandlung Hagemann, dann scheint es einige Zeit nur als Wohnhaus genutzt worden zu sein. Seit 1862 hatte dann die Musikalienhandlung Ludwig Trutschel ihren Sitz in diesem Haus, die 1890 an den Neuen Markt 18 umzog. Durch inzwischen zwei  Läden, welche  durch einen mittig angeordneten Eingang zum Haus getrennt waren,  befanden sich im Laufe der Zeit eine Reihe von  verschiedenen Geschäften.

Seit 1872 hatte hier das Rostocker Börsenlokal Räume gemietet, zwischen 1874 und 1876 verkaufte hier auch der Krämer Ludicke seine Waren. Bereits seit 1862 eröffnete in dem Haus ein Laden mit Seiden-, Mode- und Manufakturwaren. Von 1877 bis ca. 1890 waren die Eigentümer des Hauses die Kaufmänner Wecker und Großmann, die in ihrem Laden Dekorationsartikel, Gardinen, Möbel und Stoffe verkauften. Zwischen 1888 und 1890 war hier ein Magazin für Damentoiletten-Spezialität Damenmäntel ansässig. 1896 mietete sich auf der rechten Seite die Wäschefabrik Emighorst & Feldmann in den Laden ein.

Neue Mieter waren ab 1915 Dohlichs Erben mit einer Schaufensterauslage ihrer Dekorationen und Tapeten. Ab 1919 befand sich ebenfalls in diesem Haus die Kunst- und Papierhandlung Arthur Mylan, der dort auch eine Büro- und Kleinmöbelausstellung betrieb. Mylan übernahm später das Haus Sonne am Neuen Markt 2. Um 1919 eröffnete die Firma Robert Zarges und Co ein Ladengeschäft für Fahrräder und Automobile, 1931 war hier auch die Bank für Privatwirtschaft und Gewerbe untergebracht. Ab 1940 eröffnete die Firma Radloff und Wieland links ein Fachgeschäft für Geschenke, auf der anderen Seite gab es bereits seit 1931 die Solidus Schuh Verkaufstelle.

Da das Haus den Krieg unbeschadet überstand, war  dort ab 1945 weiterhin die Solidus Schuh Verkaufsstelle ansässig, die kurze Zeit später in Sonderhaus für Sport- und Bequemschuhe umbenannt wurde, weiterhin das Fachgeschäft für Geschenke der Kaufmänner Radloff und Wieland. Ab 1952 gab es dann nur noch einen HO Schuhladen, ab ca. 1955 befand  sich links ein HO-Schuhgeschäft und rechts ein HO-Strumpfladen, der bis zur Wende dort bestehen blieb. Rechts zog in den 60er Jahren bis zum Ende der DDR der Buntspecht – ein Stoffladen ein.

Nach der Wende befanden sich dort verschiedene Reisebüros und ein Telekom-Laden. Seit einigen Jahren sind links der Braut- und Festmodenausstatter Pompadour und rechts das Thomas Cook Reisebüro Mieter im Erdgeschoss. In den oberen Etagen befinden sich Büros der Notarin Hannelore Gamm, der Rechtsanwälte Rode & Schulz und des Versicherungskontors Rostock. Außerdem hat der Architekt Achim Mansfeld in diesem Haus seine Geschäftsräume.

Bis heute hat dieses Haus in seiner Schönheit nichts eingebüßt und darf durchaus als eines der imposantesten und attraktivsten Häuser des Neuen Marktes bezeichnet werden.