Neuer Markt 15

Neuer Markt 15Ein typisch neugotisches Haus war der Neue Markt 15, dieser wurde ca. 1562 neu erbaut. Am 22.Januar 1811 verkaufte dann der Kürschner Hermann Struck seine am Mittelmarkt belegene Bude an den Glashändler Johann Andreas Voigt der dort wahrscheinlich eine Schaufensterauslage hatte.

Besonders auffällig an diesem Haus war, dass vor dem Haus noch zwei weitere kleine Buden standen, die dem Bau einen eigenwilligen Charakter gaben. Ebenfalls besonders auffällig war ein die Vorderfronten des Hauses umlaufenden Erker, der an der Ecke von einer Holzsäule gestützt wurde. Bis zu seinem Neubau 1863/64 war es das wohl ungewöhnlichste Haus am Platze.

Auch nach dem Neubau blieb die Architektur außerordentlich, denn das viergeschossige Giebelhaus zierte nun eine neugotische Bekronung, die nicht so recht zu den anderen Bauten der Westseite passen wollte. Bis 1920 blieb auch dieses Haus, ebenso wie die Nummer 14 Eigentum der Familie Voigt.

Ab 1865 hatte der Kaufmann Carl Wiebke hier seine Zigarrenhandlung, 29 Jahre später zog er in die Blutstraße um. Um 1875 hatte hier im ersten Stock die Friedrich Wilhelm- Preußische Lebensversicherungsagentur ihren Sitz, ab 1900 auch die Colonia Köln (heute AXA Versicherungsgruppe) . Zwischen 1891 und 1904 war die Wiener Schuhwaaren Fabrik Mieter in dem Ladengeschäft. In den Jahren 1905-1914 hatte dann dort das Kaffeegeschäft Tengelmann seinen Sitz. Der Nachmieter zwischen 1915 – 1918 war die Fischräucherei und Delicatessen - Julius Prang, 1920 gab es hier auch das Konfitürengeschäft Beu, der Laden zog später an den Neuen Markt 14 um.

Seit 1922 war Otto Bründel Eigentümer des Hauses, sein Zigarrengeschäft dort wurde allerdings erst im Adressbuch von 1928 angegeben (vorher war er am Neuen Markt Nr. 2 , im Haus Sonne). Ab 1931 befand sich hier das Zigarrengeschäft Walter Marci, und um 1935 der Herrenschneider Der elegante Herr.

Das Haus wurde im II. Weltkrieg stark beschädigt, der Giebel fehlte über dem ersten Obergeschoss völlig. 1949/50 befand sich hier kurzzeitig die Kunsthandlung Krüger und Weiß. Nach der Restaurierung wurde das neue Haus so wiedererbaut, wie es vor 1863 ausgesehen hatte, glücklicherweise entfiel der neugotische Stil. Nach dem Umbau zog erst die HO Kurzwaren und anschließend das Näheck in das Haus. Bis 1989 war in dem Haus die HO Verkaufsstelle Souvenir untergebracht.

Nach der Wende hatte dort erst die Parfümerie „Le Coeur" im Erdgeschoss ihre Ladengeschäfte, heute befindet sich hier eine Filiale der beliebten Kette Rügenbäcker mit einem ansprechendem kleinen Cafébereich in diesen Räumen. In den oberen Geschossen befinden sich Büros des Ordnungsamtes des Hansestadt Rostock.