Neuer Markt 16

Neuer Markt 16Das Haus Neuer Markt 16 ist das älteste der Häuser am Platz, die noch von damals erhalten sind. Ursprünglich war es ein um etwa 1526 errichteter Gotikbau. Bereits um 1600  erhielt das Haus sein heutiges Aussehen mit dem prächtigen Renaissancegiebel .

Seit ca. 1812 befand sich hier die Schenk und Speisewirtschaft des Gastwirtes Heinrich Christian Kehmzow. Er hatte das Haus am 21.Januar 1812 von den „Demoiselles Anna Christina und Louisa Friederike Geschwistere Eschenbach“, die es von ihrer verstorbenen Mutter Acciserätin Eschenbach geerbt hatten, gekauft. Nur 10 Jahre und einen Tag später am 22.Januar 1822 verkaufte er es an den Gastwirt Friedrich Heinrich David Ohlerich, dessen Erben das Haus 1860 an den Miterben Friedrich Heinrich Johann Ohlerich, Sohn des Verstorbenen verkauften.

Ab 1856 war hier die Schenk- und Speisewirtschaft Ohlerich ansässig. Bemerkenswert ist, dass nur die rechte Seite des Hauses eine Gastwirtschaft beherbergte, links waren immer andere Geschäfte untergebracht, wie zum Beispiel eine Metallwarenhandlung, ein Barbiergeschäft, eine Garbräterei, eine Wursthandlung, eine Brotniederlage, eine Kunst- und Papierhandlung und ein Zigarren- und Tabaksladen. Auch die noch heute bekannte „Buch- und Kunsthandlung Grundgeyer“ hatte dort zwischen 1899-1902 ihren Sitz.

Erst 1904 richtete der Gastwirt Helmut Farnow, Eigentümer des Hauses und Inhaber von Ohlerichs Restaurant seit 1899, auf der linken Seite zusätzlich eine Stehbierhalle und ein Frühstückslokal ein. Ab 1920 trug die Gaststätte den Namen Heldts Restaurant.

Seit etwa 1936 gehört das Haus August Burwitz, der das Lokal in Burwitz Restaurant umbenennt, ab 1939 trägt das Lokal den Namen Gaststätte Burwitz.

Das Haus wurde im II. Weltkrieg stark beschädigt und 1965 wieder aufgebaut. 1970 erfolgt ein Verkauf des Hauses der Familie Burwitz an die Stadt, der mehr oder weniger erzwungen war. Nach dem Verkauf wurde das Haus von der Produktionsgenossenschaft des Handwerks Tempo (Schumacher) genutzt. Später besann man sich offensichtlich auf die alte Tradition des Hauses und am 11.August 1980 wurde die staatliche Gastätte Tau`n Vagel Grip eröffnet.

Am 5. Juni 1993, nach Rückübertragung auf die Familie Burwitz, eröffnete die Enkelin des früheren Restaurateurs August Burwitz das Restaurant mit einer Kapazität von 50 Sitzplätzen. Die Gaststätte Burwitz hat inzwischen mehrfach den Besitzer gewechselt, und erfreut sich dennoch durch seine gutbürgerliche mecklenburgische Küche ganz besonders bei Touristen großer Beliebtheit.